Orthopädie am Rosengarten · Ambulantes osteologisches Schwerpunktzentrum DVO

Osteologie und Osteoporosetherapie

Unsere Praxis ist eine osteologische Schwerpunktpraxis und hat sich auf die Diagnostik und Behandlung von Osteoporose (Knochenschwund) spezialisiert.

Bei Menschen nimmt mit zunehmendem Alter der Kalksalzgehalt im Knochensystem ab. Geht der Kalksalzverlust über das normale Maß hinaus, so bezeichnet man dies als Osteoporose. Besonders Frauen in und nach den Wechseljahren sind deutlich häufiger davon betroffen als Männer. Auch Hormonstörungen, längerfristige Behandlung mit Cortison, unausgewogene Ernährung, mangelnde körperliche Bewegung, familiäre Belastung oder eine Aufnahmestörung des Darmes können eine Osteoporose begünstigen.

Abbildung von gesunder und von Osteoporose ausgedünnter Knochenstruktur

Zur Erklärung

Der Knochen besteht aus elastischem organischem Gewebe, vor allem Kollagen, und aus druckfestem anorganischem Gewebe. Jeder Knochen hat eine kompakte äußere Hülle, die sogenannte Kortikalis. Die innere Struktur des Knochens ist mit einem Schwamm vergleichbar. Sie wird deshalb auch Spongiosa genannt. Dieses netzartige System besteht aus vielen kleinen Knochenbälkchen, den Trabekeln. Je dichter das Netzwerk von Trabekeln ist, umso stabiler ist der Knochen. Bei Osteoporose werden zuerst die inneren Knochenstrukturen angegriffen, bis sie so ausgedünnt sind, dass der Knochen schon bei geringer Belastung bricht. Zusammengebrochene Wirbelkörper in der Wirbelsäule sind der Grund für die typischen Rückenschmerzen bei Osteoporose.

Der Knochen ist ein lebendiges Gewebe und lebenslang Umbauprozessen unterworfen. An mikroskopisch kleinen Baustellen wird er ständig erneuert bzw. ausgebessert. Dies übernehmen Bauzellen: Zunächst bauen Knochenabbauzellen (Osteoklasten) altes Knochengewebe ab. Dadurch entstehen Abbaugruben. Diese werden dann von Knochenaufbauzellen (Osteoblasten) mit neuer Knochenmasse aufgefüllt. Die Osteoblasten sitzen z. B. an den Oberflächen der Knochenbälkchen. Sie lagern Eiweiße (Proteine) und Mineralien am Knochen ab. Durch diese Reparaturvorgänge bleibt der Knochen stabil und elastisch. Außerdem werden kleine Risse in den Knochenbälkchen regelmäßig repariert. Bei gesunden Knochen sind Aufbau und Abbau ausgewogen. Der Knochenstoffwechsel ist im Gleichgewicht. Bei Osteoporose ist dieses Gleichgewicht zwischen Knochenab- und aufbau gestört. Die Osteoklasten sind deutlich aktiver. Sie bauen mehr Knochen ab.

Folgen von Osteoporose

Ein kranker Knochenstoffwechsel bringt auf Dauer Substanz-, Struktur- und Funktionsverlust für den Knochen mit sich. Im Verlauf der Osteoporose brechen meist zuerst die Wirbelkörper. Bei mehreren zusammengebrochenen Wirbelkörpern krümmt sich die Wirbelsäule. Die Folge ist ein so genannter »Witwenbuckel«. Dabei verschiebt sich der Körperschwerpunkt und das Becken kippt nach vorne. Durch die Brüche verkürzt sich die Wirbelsäule, so dass man einige Zentimeter kleiner werden kann. Zudem sind diese Wirbelkörperbrüche oft mit starken Schmerzen verbunden.

Diagnostik

Das Standardverfahren zur Diagnostik und Therapiekontrolle bei Osteoporose ist die Knochenmineraldichtemessung (KDM). Dabei wird der Mineralgehalt des Knochens mit Hilfe von sehr schwachen Röntgenstrahlen festgestellt. Je mehr Knochenmasse pro Quadratzentimeter vorliegt und je stärker der Knochen mineralisiert ist, umso höher fällt der Messwert aus. Das Verfahren lässt jedoch keine Aussagen über die Struktur des Knochens zu. Um die Ergebnisse der Knochenmineraldichtemessung zu bewerten, werden diese mit Richtwerten verglichen. Ab einer statistischen Abweichung von –2,5 Standardeinheiten spricht man von Osteoporose. Je höher die Abweichung ausfällt, umso fortgeschrittener ist die Erkrankung.

Unsere Knochenmineraldichtemessung nehmen wir mit einem so genannten DXA-Gerät vor. Die Messung ist strahlungsarm und schmerzfrei. Sie erfolgt an der Wirbelsäule und an der Hüfte. Nicht selten findet sich beispielsweise bei jüngeren Patienten eine deutlich verringerte Knochenmineraldichte an der Wirbelsäule, während für die Hüfte normale Werte vorliegen. Andererseits lagern sich mit zunehmendem Alter im Bereich der Wirbelsäule vermehrt Verkalkungen ab, die das Messergebnis verzerren können.
Für die Therapiekontrolle ist es sinnvoll, die Messung immer am gleichen Ort und mit dem gleichen Gerät vorzunehmen, um die Ergebnisse über den Zeitverlauf vergleichen zu können.

Therapie

Durch eine medikamentöse Behandlung kann der Verlauf einer Osteoporose positiv beeinflusst und vor allem die Zahl der osteoporosebedingten Knochenbrüche reduziert werden. Wichtig ist dabei, dass die Medikamente konsequent angewendet werden.

Der Verlauf einer Osteoporose ist oft schleichend. Daher sollte der Verlauf der Erkrankung regelmäßig kontrolliert werden – auch wenn keine medikamentöse Behandlung stattfindet. Treten zwischendurch ohne nennenswerte Ursachen starke Rückenschmerzen auf, oder nimmt die Körpergröße ab, könnten dies Zeichen einer fortschreitenden Osteoporose sein und wir bitten Sie dies mit uns entsprechend abzuklären.

Eine »knochenfreundliche« Ernährung ist zudem ein wichtiger Baustein des Lebens mit Osteoporose. Der Körper benötigt viel Kalzium und Vitamin D, um die Knochen aufzubauen. Phosphat und Oxalsäure gilt
es dagegen einzuschränken, da diese Stoffe die Kalziumaufnahme behindern. Auch der übermäßige Konsum von Alkohol und Rauchen entzieht dem Knochen Kalzium. Auf beides sollte verzichtet werden. Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.